Was darf mein Kind auf sozialen Plattformen über sich preisgeben?

Beiträge und Statusmeldungen auf privaten Profilen erreichen oft mehr Leser als professionell angelegte Werbeaktionen von Unternehmen. Vieles was Werbetreibende auf sozialen Plattformen von langer Hand mehr oder weniger erfolgreich planen läuft auf einem Personenaccount wie von selbst.

Ein Foto eines neuen Kraftfahrzeugs verhallt in den Weiten des Internets wobei ein Schnappschuss eines Menschen, der sich offensichtlich in einer peinlichen Situation befindet, quasi zum Selbstläufer wird.

Selbst wenn sie in den Privatsphäreeinstellungen hinterlegt haben, dass nur Freunde ihre Statusmeldungen sehen können, sind es am Ende genau diese Freunde, die ihre Fotos usw. weiter verbreiten. Selbst Einschränkungen ihres eigenen Verbreitungskreises verhindert nicht eine ungewollte Verbreitung ihrer Beiträge.

Persönliche Angaben wie Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum oder EMail-Adresse haben im öffentlichen Profil ihres Kindes nichts zu suchen. Selbst als Erwachsener sollte man über die eine oder andere Angabe über sich selbst vor Veröffentlichung Gedanken machen.

Jeder von uns nimmt gerne an Gewinnspielen teil bei dem man die ungewöhnlichsten Dinge erhaschen kann. Worauf diese Gewinnspiel-Veranstalter spekulieren sollte jedoch jedem klar sein. Es sind genau diese persönlichen Daten, die sie in ihrem und anderen öffentlichen Profilen nicht finden kann. Dies ist jedoch nichts neues. Seit es Gewinnspiele, Preisausschreiben oder Rätsel gibt, wird einzig und allein auf unsere Daten spekuliert. Und ohne genau diese Daten von sich anzugeben dürfen sie nicht teilnehmen. Denken sie vorher darüber nach ob die Notwendigkeit des möglichen Gewinns die Herausgabe ihrer Anschrift rechtfertigt. Was sie nach der Teilnahme auf jeden Fall bekommen ist Werbung.

Ein sehr brisantes Thema ist die Veröffentlichung von Aufenthaltsorten. Sie haben es sicherlich schon bei einigen ihrer Online-Freunde lesen können wo diese sich gerade aufhalten, was sie dort gerade tun, wie lange sie dort sind usw. Dies sind Informationen, die die verschiedensten Abnehmer findet. Mit diesen Informationen können sehr leicht Bewegungsprofile ihres Kindes erstellt werden. Regelmäßige Aufenthaltsorte oder Wegstrecken lassen sich daraus herleiten. Treffpunkte mit Freunden können auch anders abgestimmt werden.

Wer es dennoch nicht lassen kann seinen Freunden mitzuteilen wo es am schönsten ist, kann dies immer noch im Nachhinein tun. Berichten Sie von ihrem Urlaubsort, wenn sie wieder Zuhause sind. Teilen sie ihre Freude über das erlebte Konzert vielleicht erst am nächsten Tag. Dem eigentlichen Inhalt, den sie oder ihr Kind mitteilen möchte, tut der verschobene Zeitpunkt der Veröffentlichen keinen Abbruch.

Wer jedoch regelmäßig ein und dieselbe Strecke joggt, sollte es vermeiden diese Strecke mit anderen zu teilen. Auch im Nachhinein ist jedem Leser irgendwann klar, wann und wo der Sportler wieder anzutreffen ist. Erklären sie ihrem Kind also, jegliche Art von nachvollziehbaren Informationen zu vermeiden.

Erstellen sie mit ihrem Kind zusammen eine Übersicht über die Informationen und Daten, die gerne mitgeteilt werden und legen sie darin fest wer diese lesen darf und wer nicht. Legen sie zusammen fest welche Dinge niemanden etwas angehen, halten sie ihr Kind an, sich an diese Übersicht zu halten und tun es selbst genauso.

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Krababl

Ich schaue dem Internet in die Hose und schreibe nieder, was ich alles so für euch herausfinde.

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