Wie lange darf sich mein Kind in sozialen Netzwerken aufhalten?

Vermeiden Sie es, ein grundsätzliches Verbot auszusprechen, denn dann wird Ihr Kind ohne Ihr Wissen soziale Netzwerke nutzen. Sie wissen selbst wie Kinder mit Verboten umgehen.

Begrüßen Sie vielmehr das Interesse Ihres Kindes an sozialen Medien, denn es wird diese Erfahrungen in seinem zukünftigen Leben brauchen. Eine zeitgemäße Entwicklung inklusive neuer Medien ist wichtig für die Zukunft Ihres Kindes.

Aber nicht für die Zukunft, sondern auch in der Gegenwart ist es wichtig, dass sich Ihr Kind nicht von Freunden, Mitschülern usw., die sich auf sozialen Plattformen austauschen und sich organisieren, ausgeschlossen fühlt.

Sicher wissen Sie selbst welche Zeitfalle das Internet sein kann. Sorgen Sie deshalb für einen ausgewogenen Tagesablauf Ihres Kindes mit all den schönen Dingen, die ein Kind sonst noch gerne tut und fügen Sie die Internetnutzung als sinnvolle Ergänzung hinzu. Jedes Fußball- oder Balett-Training hat irgendwann ein Ende, TV-Konsum wird in Grenzen gehalten und auch das Abendessen erstreckt sich nicht über den ganzen Tag. Und genauso sollte es sich mit der Nutzung sozialer Plattformen verhalten.

Grenzen Sie die Nutzung gezielt ein. Tun Sie dies aber nicht im Alleingang sondern erarbeiten Sie zusammen mit Ihrem Kind einen Plan, auf dem klar ersichtlich ist, wann und wie lange sich Ihr Kind online mit seinen „Freunden“ treffen kann. Das muss nicht jeden Tag zur gleichen Zeit oder immer gleich lang sein. Trotz Plan sollte eine gewisse Flexibilität erkennbar sein. Achten Sie aber auf jeden Fall darauf, dass Sie gemeinsam an einem Plan arbeiten. Erklären Sie den Sinn dieses Planes. Wenn Sie schon mal dabei sind, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auch gleich einen Plan für sich selbst erstellen. Das zeigt, dass Sie hinter Ihrer Meinung stehen. Natürlich müssen Sie sich genauso an Ihren Plan halten wie sich Ihr Kind an seinen Plan halten sollte.

Vielen wird es schwer fallen aber lassen Sie auch die Kontrolle Ihres Kindes über Ihr Internetverhalten zu, genauso wie Sie es bei ihm tun.

Irgendwann werden die Pläne in Ihren Tagesablauf übergehen, sodass Sie sich gegenseitig nicht mehr kontrollieren müssen. Wichtig dabei ist nur, dass Ihr Kind und auch Sie auch verstehen worum es bei diesem Plan geht.

Wie Ihnen sicher aufgefallen ist, bin ich nicht auf eine genaue Zeitangabe eingegangen. Die optimale Empfehlung zur Nutzungsdauer gibt es nicht. Niemand kann sagen, dass vielleicht für 15-jährige 60 Minuten und für 17-jährige vielleicht drei Stunden die richtige Dauer ist. Sie werden mit der Zeit spüren wie viel gut für Ihr Kind ist. Fangen Sie klein an und steigern Sie die Dauer, wenn Sie erkennen, dass Ihr Kind bereit dafür ist. Sprechen Sie darüber und sprechen Sie zusätzliche Zeit als Belohnung zu.

Zusammenfassung

  1. Sprechen Sie kein grundsätzliches Verbot aus
  2. Unterdrücken Sie nicht die Entwicklung Ihres Kindes
  3. Sorgen Sie für einen ausgewogenen Tagesablauf
  4. Stellen Sie einen Tagesablaufplan auf

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Armin Muthig

Ich schaue dem Internet in die Hose und schreibe nieder, was ich alles so für euch herausfinde.

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